In the diptych series Summertime I & II, Anna Snijder articulates a high-energy form of gestural abstraction. The works are deeply rooted in Art Informel and Abstract Expressionism, with Snijder using the canvas as an immediate field of action. Here, she breaks down the boundary between color and light: the impasto, often vertical paths of color testify to a physical, impulsive painting process in which the structure of the image only emerges at the moment the paint is applied.
The work captivates through a tension-filled balance between ecstatic bursts of color and calming overpaintings. Luminous neon accents in pink, yellow, and turquoise flash like energetic impulses through generous layers of white and light gray. A final varnish preserves this intensity so perfectly that the work appears permanently "fresh."
The title Summertime reveals itself in a radical play with perception: neon pink and lemon yellow function as chromatic shockwaves representing the aggressive vitality and oppressive heat of summer. These impulses are "masked" by white overpaintings, creating the effect of a blinding overexposure. It is the visualization of that moment in midsummer when the light becomes so bright that reality begins to shimmer and solid forms dissolve into pure vibration.
In der Diptychon-Serie „Summertime I & II“ bringt Anna Snijder eine energiegeladene Form der gestischen Abstraktion zum Ausdruck. Die Arbeiten sind tief im Art Informel und im Abstrakten Expressionismus verwurzelt, wobei Snijder die Leinwand als unmittelbares Handlungsfeld nutzt. Hier hebt sie die Grenze zwischen Farbe und Licht auf: Die pastosen, oft vertikalen Farbspuren zeugen von einem physischen, impulsiven Malprozess, bei dem die Bildstruktur erst im Moment des Farbauftrags entsteht.
Das Werk fesselt durch ein spannungsgeladenes Gleichgewicht zwischen ekstatischen Farbtupfern und beruhigenden Übermalungen. Leuchtende Neonakzente in Rosa, Gelb und Türkis blitzen wie energetische Impulse durch großzügige Schichten aus Weiß und Hellgrau. Ein abschließender Lack bewahrt diese Intensität so perfekt, dass das Werk dauerhaft „frisch“ wirkt.
Der Titel „Summertime“ offenbart sich in einem radikalen Spiel mit der Wahrnehmung: Neonrosa und Zitronengelb fungieren als chromatische Schockwellen, die die aggressive Vitalität und drückende Hitze des Sommers repräsentieren. Diese Impulse werden durch weiße Übermalungen „maskiert“, wodurch der Effekt einer blendenden Überbelichtung entsteht. Es ist die Visualisierung jenes Moments im Hochsommer, in dem das Licht so hell wird, dass die Realität zu flimmern beginnt und feste Formen sich in reine Schwingung auflösen.
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